Rethinking Liberalism Jahreskonferenz: Demokratischer und autoritärer Kapitalismus im Wettstreit
u.a. mit Leszek Balcerowicz (Keynote), Mart Laar, Lars P. Feld, Ralph Brinkhaus, Katharina Beck und vielen mehr!
Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus schienen liberale Demokratie und Marktwirtschaft untrennbar miteinander verbunden. Im Geist von Francis Fukuyamas „Ende der Geschichte“ galt der weltweite Siegeszug des Kapitalismus zugleich als Wegbereiter demokratischer Entwicklung.
Heute ist dieses Versprechen brüchig geworden. China, Russland und andere Staaten verbinden kapitalistische Wirtschaftsformen mit autoritärer Herrschaft. Zugleich regt sich im demokratischen Westen eine neue Kapitalismuskritik. Sie entzündet sich an der Zusammenballung gigantischer Vermögen in den Händen weniger, der Wohnungsfrage und dem wachsenden Einfluss großer Tech-Konzerne auf politische Öffentlichkeit und Gesellschaft.
Der Liberalismus gerät dabei von rechts und von links unter Beschuss. Er steht vor der Herausforderung, politische und ökonomische Freiheit, soziale Teilhabe und demokratische Selbstbestimmung in einer Zeit rapider Veränderungen in Einklang zu bringen.
Ausgehend von den im Projekt Schriftenreihe: Vordenker der liberalen Moderne entstehenden Sammelbänden möchten wir die reichhaltige liberale Ideengeschichte für die aktuellen Fragen aufbereiten. Gemeinsam mit unseren Gästen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren wir:
- In welchem Verhältnis stehen Kapitalismus und Demokratie? Braucht der freie Markt die Demokratie oder die Demokratie den freien Markt? Ergänzen sich politische und ökonomische Freiheit, oder stehen sie in einem Spannungsverhältnis?
- Wie sollte die Marktwirtschaft reformiert werden, damit sie die liberale Demokratie stärkt? Welche Reformen ermöglichen einen inklusiven und nachhaltigen Kapitalismus?
- Welche Herausforderung stellen Tech-Konzerne für die Demokratie dar? Welchen Regulierungsrahmen erfordert die rapide Expansion künstlicher Intelligenz – und wie kann er durchgesetzt werden?
- Wie verändert sich das Verhältnis von Markt und Staat in globalen Krisen? Wie sollten und können liberale Demokratien auf die strategische Industriepolitik Chinas antworten?
Die Konferenz schlägt eine Brücke zwischen liberalen Vordenkern der Vergangenheit und den politischen Gestaltungsaufgaben der Gegenwart. Wir fragen, welche Lehren sich aus der Geschichte ziehen lassen und welche Orientierung für eine gleichermaßen freiheitliche sowie sozial und ökologisch verantwortliche Wirtschaftsordnung liberales Denken geben kann.
Wir laden Sie herzlich ein, an dieser Diskussion teilzunehmen.
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