Ralf Fücks im Inter­view mit Capital: „Der grüne Erfolg ist keine Ein­tags­fliege“

Wird der nächste Kanzler ein Grüner sein? Ein Gespräch mit Partei-Insider Ralf Fücks über den Wahl­er­folg der Grünen und die Her­aus­for­de­run­gen für die Zukunft.

Ein Inter­view von Leonie Schlick

CAPITAL: Die Grünen haben bei der Euro­pa­wahl 20,5 Prozent erreicht und sind der Union (28,9 Prozent) dicht auf den Fersen. Wie erklä­ren Sie diesen Wahl­er­folg?

RALF FÜCKS: Vor­der­grün­dig ver­dankt sich dieser Wahl­er­folg der Tat­sa­che, dass Kli­ma­wan­del inzwi­schen die Prio­ri­tät Nummer eins in der öffent­li­chen Wahr­neh­mung ist. Das zeigen auch die Umfra­gen nach den The­men­prä­fe­ren­zen für die Euro­pa­wahl. Hier hat sich im letzten Jahr ein Bewusst­seins­wan­del voll­zo­gen. Nachdem Kli­ma­po­li­tik über Jahre eher ein Schat­ten­da­sein geführt hat, ist sie jetzt ins Zentrum der Öffent­lich­keit gerückt. Daran hat die kraft­volle außer­par­la­men­ta­ri­sche Jugend­be­we­gung Fridays for Future einen großen Anteil, aber auch eine Reihe neuer wis­sen­schaft­li­cher Studien und die hohe Reso­nanz des Kli­ma­the­mas in den Medien. Gleich­zei­tig gibt es noch andere Gründe, die den Erfolg der Grünen erklä­ren...