Ralf Fücks im Inter­view mit der NZZ: Die deut­sche Angst vor dem Libe­ra­lis­mus

Weshalb ist die Idee eines euro­päi­schen Super­staats nicht mehr­heits­fä­hig? Warum tun sich die Men­schen in der Bun­des­re­pu­blik so schwer mit der Idee des Westens? Woher kommt die deut­sche Angst vor Kapi­ta­lis­mus? Ein Inter­view mit Ralf Fücks, Gründer des Ber­li­ner Think­tanks Zentrum Libe­rale Moderne.

Ein Inter­view von Marc Felix Serrao

Neue Zürcher Zeitung: Ist Deutsch­land ein libe­ra­les Land, Herr Fücks?

Ralf Fücks: Die Bun­des­re­pu­blik ist eine libe­rale Demo­kra­tie, aber die gesell­schaft­li­che Men­ta­li­tät ist eher sozi­al­de­mo­kra­tisch. Sicher­heit und Gleich­heit haben für die meisten Deut­schen einen höheren Wert als Frei­heit. Auch mit der West­bin­dung hadern viele. Das merken Sie an der Distanz gegen­über der Nato und am sub­ku­ta­nen Wunsch nach Neu­tra­li­tät. Gegen Putin gibt es weniger Aver­sio­nen als gegen Trump. Auch mit dem Kapi­ta­lis­mus hadern viele...