Wieder­aufbau der Ukraine: Strate­gische Prioritäten

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Die Ukraine benö­tigt das größte Wie­der­auf­bau­pro­gramm Europas seit dem Zweiten Welt­krieg, mit geschätz­tem Bedarf von 524 Mil­li­ar­den US-Dollar. Ein neuer Policy Brief des Direk­tors des United Ukraine Think Tank, Igor Popov, skiz­ziert stra­te­gi­sche Prio­ri­tä­ten, die über Wie­der­auf­bau hin­aus­ge­hen und gegen­sei­ti­gen Nutzen für die Ukraine und Europa schaffen.

Beitrag in der Reihe Wie­der­auf­bau im Kriegs­zu­stand – Chancen und Risiken

Die rus­si­sche Aggres­sion hat der Ukraine erheb­li­che mensch­li­che und mate­ri­elle Ver­luste zuge­fügt. In vier Jahren Krieg kamen Hun­dert­tau­sende Ukrai­ner ums Leben oder wurden ver­wun­det. Rund 6,9 Mil­lio­nen ukrai­ni­sche Flücht­linge befin­den sich im Ausland, haupt­säch­lich in Europa, weitere 3,7 Mil­lio­nen sind Bin­nen­ver­trie­bene. Die Infra­struk­tur und der Woh­nungs­bau sind stark in Mit­lei­den­schaft gezogen worden: Rund 13 Prozent aller Wohn­ge­bäude wurden zer­stört oder beschä­digt, wodurch mehr als 2,5 Mil­lio­nen Fami­lien obdach­los gewor­den sind. Eine gemein­same Ein­schät­zung der ukrai­ni­schen Regie­rung, der Welt­bank, der Ver­ein­ten Natio­nen und der Euro­päi­schen Kom­mis­sion bezif­fert den Bedarf für den Wie­der­auf­bau nach dem Krieg auf 524 Mil­li­ar­den US-Dollar (fast 500 Mil­li­ar­den Euro) – eine Zahl, die auf­grund der anhal­ten­den rus­si­schen Angriffe auf kri­ti­sche Infra­struk­tur weiter steigt.

Die Unter­stüt­zung des Wie­der­auf­baus der Ukraine ist sowohl eine mora­li­sche Ver­pflich­tung als auch eine stra­te­gi­sche Inves­ti­tion in die Sta­bi­li­tät Europas. Eine starke, wirt­schaft­lich inte­grierte Ukraine wird die Ost­grenze der Euro­päi­schen Union stärken und zur kol­lek­ti­ven Sicher­heit bei­tra­gen. Im Gegen­satz dazu birgt ein Schei­tern des Wie­der­auf­baus die Gefahr anhal­ten­der Insta­bi­li­tät, ver­stärk­ter Migra­tion und wirt­schaft­li­cher Her­aus­for­de­run­gen, die sich auf ganz Europa aus­wir­ken würden. Die Unter­stüt­zung des Wie­der­auf­baus der Ukraine liegt daher im Inter­esse Deutsch­lands und der EU, da sie zu dau­er­haf­tem Frieden und Wohl­stand in ganz Europa beiträgt.

Aller­dings müssen wir über die Wie­der­her­stel­lung des frü­he­ren Zustands der Ukraine hin­aus­ge­hen und uns statt­des­sen auf die Trans­for­ma­tion des Landes kon­zen­trie­ren. Das Ziel sollte der Aufbau einer moder­nen Wirt­schaft sein, die nach­hal­tige Ein­kom­men gene­riert und voll­stän­dig in den Bin­nen­markt der EU inte­griert ist.

Dieser Policy Brief ana­ly­siert die wich­tigs­ten Prio­ri­tä­ten für den Wie­der­auf­bau der Ukraine nach dem Krieg und for­mu­liert Emp­feh­lun­gen für Deutsch­land und die EU zur Unter­stüt­zung der Erho­lung der Ukraine.

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