Policy Paper: Eckpunkte zur techni­schen Entnahme von biogenem Kohlenstoff

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CO₂-Entnahme ist für wirksamen Klima­schutz unver­zichtbar – weil Emissi­ons­min­de­rungen bislang nicht ausreichen. Anwen­dungen wie BioCCS und Pflan­zen­kohle bieten hier große, bislang kaum genutzte Poten­ziale zur dauer­haften CO₂-Bindung. Das Policy Paper von LibMod und Bellona zeigt Chancen, Zielkon­flikte und politische Handlungs­op­tionen auf, um Bio-CCS zu einer tragenden Säule des deutschen Klima­schutzes zu machen.

CO2-Entnahme ist aus zwei Gründen notwendig für einen erfolg­reichen und tiefge­henden Klima­schutz: Zum einen sind die Bemühungen der Weltge­mein­schaft, die Treib­haus­gas­emis­sionen zu reduzieren, bisher ungenügend. Zu wenig wird vermieden, was bedeutet, dass CO2-Entnahme nötig ist, um Versäum­nisse auszu­gleichen. Zum anderen werden auch dann, wenn die Treib­haus­gas­re­duktion erfolg­reich ist, Restemis­sionen ausge­stoßen – bspw. in der Landwirt­schaft oder Industrie.

Daher sind Anwen­dungen, mit denen CO2 wieder aus der Atmosphäre entnommen werden kann, ein wichtiger Beitrag zum Klima­schutz. Eine Möglichkeit der CO2-Entnahme besteht dort, wo biogene Reststoffe verbrannt oder vergärt werden und das CO2 anschließend abgeschieden und langfristig gespei­chert wird. Möglich ist das etwa in Biomethan- oder Müllver­bren­nungs­an­lagen. Wir zählen hier zudem Pflan­zen­kohle hinzu. Zwar wird hier kein CO2 abgeschieden und gespei­chert, sondern das CO2 im Produkt – der Pflan­zen­kohle – gebunden. Bis auf die zuletzt genannte Pflan­zen­kohle befinden sich diese unter dem Kürzel BioCCS zusam­men­zu­fas­senden Anwen­dungen in Deutschland und der EU insgesamt in einer Nische. Zugleich bestehen erheb­liche Poten­ziale zur CO2-Entnahme.

Das vorlie­gende Policy Paper entstand in Koope­ration mit Bellona Deutschland, auf der Basis von zwei im Jahr 2025 durch­ge­führten Exper­t/innen-Workshops. Es gibt einen Überblick zu Poten­zialen und Heraus­for­de­rungen und schließt mit Empfeh­lungen, wie die unter Bio-CCS zusam­men­ge­fassten Anwen­dungen eine bedeu­tende Ergänzung im deutschen Klima­schutz­port­folio werden können.

Eine Skalierung dieser Anwen­dungen unter­liegt vielfäl­tigen Zielkon­flikten, die sorgfältig aufgelöst werden müssen. Dies betrifft vor allem die Verfüg­barkeit von nachhal­tiger Biomasse. Die Entwicklung eines Bio-CCS-Systems ist daher auf politische Unter­stützung und steuernde Eingriffe angewiesen. Damit das vorhandene Potenzial zur Entnahme von mindestens 13 Mt CO2 jährlich gehoben werden kann, braucht es eine klare Vision, sowie einen verläss­lichen gesetz­lichen Rahmen, der Nachhal­tigkeit, Markt­wirt­schaft und gesell­schaft­liche Teilhabe zusammen denkt.

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