Wahlen in Ungarn: Kann eine illiberale Demokratie durch Wahlen noch abgelöst werden?

Am 12. April wird in Ungarn gewählt. Wird das System Orbán abgewählt beziehungsweise ist es möglich, dass es selbst wenn sein Herausforderer Péter Magyar die Wahlen gewinnt, weiter fortbesteht? Dieser Frage geht der Historiker und Jurist Peter Techet (Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, Wien) in seiner Analyse nach und zeigt die Fallstricke, die sich hier für die Vertreter einer liberalen Demokratie auftun.
Im Juli 2014 hielt der damalige und bis heute amtierende Premierminister Ungarns, Viktor Orbán, bei der Bálványos Sommeruniversität in Rumänien eine vielbeachtete Rede. Er erklärte, Ungarn in eine illiberale Demokratie verwandeln zu wollen, einen Staat, der auf nationalen Interessen und nicht auf den liberalen Werten Westeuropas baue und der zwar demokratisch, nicht aber liberal sei. Hier tauchte der Begriff der illiberalen Demokratie – zunächst scheinbar ein Widerspruch in sich – erstmalig auf. Seither wird er von Antiliberalen weltweit zitiert und dient der US-amerikanischen MAGA-Bewegung ebenso als Referenz wie dem französischen Rassemblement National als Modell.
Orbáns illiberale Demokratie als Modell der Antidemokraten
Dort, wo Viktor Orbáns Ungarn Rechtspopulisten als Beispiel dient, geht es nicht allein um eine „harte Migrationspolitik“ oder um eine „konservative Familienpolitik“, sondern um etwas viel Grundlegenderes: die Abschaffung der liberalen, pluralistischen Demokratie und den Aufbau eines illiberalen Systems. Es ist also angebracht, sich Ungarn als Warnung anzuschauen. Denn Orbán hat geliefert und Ungarn nicht nur politisch verändert, sondern seine staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen in einer Weise umgebaut, dass es fraglich ist, ob auch bei einem Wahlsieg seines Herausforderers Péter Magyar ein wirklicher Wechsel in Ungarn möglich sein wird. Denn es geht um weit mehr als um einen Regierungswechsel, es geht um den Rückumbau eines ganzen Systems: Den einer illiberalen Demokratie in eine liberale Demokratie. Es lohnt sich also mit Blick auf Ungarn grundsätzlich zu fragen: Wozu kann eine illiberale Demokratie führen? Und gibt es überhaupt einen demokratischen und friedlichen Ausweg aus einem bereits etablierten illiberalen System?
Was meint „illiberale Demokratie“?
Wird Demokratie nicht als unkontrollierte Mehrheitsherrschaft aufgefasst, sollte sie immer liberal sein. Das liberale Element der Demokratie ist keinesfalls eine parteipolitische Orientierung, sondern bedeutet Mechanismen und Institutionen, welche die jeweilige Mehrheit kontrollieren und die jeweilige Minderheit schützen. In einer liberalen Demokratie ist die Mehrheit demnach immer eingeschränkt, und sie kann jederzeit zur Minderheit werden, wie auch die Minderheit geschützt ist und daher jederzeit zur Mehrheit werden kann.
Auch wenn gegenwärtig Demokratie und Liberalismus häufig gleichgesetzt werden, war das in der Geschichte – und besonders in der Ideengeschichte – nicht immer so. Bereits Jean-Jacques Rousseau war der Auffassung, dass ein „allgemeiner Wille“ in der Demokratie vorherrschen solle, der gegen die Minderheit, aber sogar gegen die Mehrheit durchgesetzt werden sollte, wenn sie ihn nicht erkenne. Abweichende Meinungen gehörten demnach nicht zur Demokratie, Minderheitenschutz schon gar nicht.
Carl Schmitt: Vordenker der illiberalen Demokratie
Im 20. Jahrhundert griff dann der deutsche Staatsrechtler Carl Schmitt diesen Gedanken auf. Sein antiliberales Demokratiekonzept basierte auf der Idee einer identitären Homogenität eines Volkes sowie einer klaren Unterscheidung zwischen Freund und Feind. Dabei galt es nicht etwa, den Feind zu tolerieren, sondern ihn auszuschließen und sogar existenziell zu beseitigen.
Schmitt wandte sich zudem gegen den Parlamentarismus und für eine plebiszitäre Führung. Er vertrat die Idee einer Einheit zwischen einem homogenen Volk und dessen Führer: Ein Führer, ein Volk, ein Wille – wie er es dann in seinen nationalsozialistischen Schriften noch eindeutiger aussprach, in denen er von einem Volkskörper sprach.
Elemente des Schmittschen Gedankenguts lassen sich auch in den heutigen illiberalen Demokratien, wie etwa in Orbáns Ungarn, antreffen: Freund-Feind-Denken, Opposition und Andersdenkende als Feinde, Einheitswille statt Pluralismus und ein völkisches Konzept der Nation als homogenes Volk, zu dem nur „Freunde“ des jeweiligen Regimes gehören.
Illiberale Demokratie in Ungarn – ideelle Grundlagen
Bereits in Viktor Orbáns eingangs erwähnter Rede von 2014, in der er sein zu erschaffendes System mit dem Begriff der „illiberalen Demokratie“ beschrieb, werden Bezüge zu Schmitt deutlich. Und auch wenn Orbán eine klare Definition seines Regimes schuldig blieb, lässt sich in seiner politischen Praxis erkennen, worin das Wesen der illiberalen Demokratie besteht – und wie diese sogar im Rahmen der liberalen Demokratie auf legalem Weg eingeführt werden kann.
Orbán war bereits einmal an der Macht, zwischen 1998 und 2002. Damals aber regierte er noch mit einer Koalitionsregierung ohne verfassungsändernde Parlamentsmehrheit und war mit einer starken Opposition und kritischen Öffentlichkeit konfrontiert. 2002 verlor er die Wahlen. Aus dieser Wahlniederlage zog er den Schluss: Wenn er jemals an die Macht zurückkehre, werde er sich mit einem einfachen Regierungswechsel nicht zufriedengeben.
Der erste Schritt hin zu einer illiberalen Demokratie und der institutionellen Umwandlung vorangestellt, liegt in der populistischen Rhetorik: Dazu gehört die Schaffung der Idee eines „Volkes“, das gleichgesetzt wird mit einer Partei. Dieses homogene „Volk“ (wir erinnern Schmitts „Volkskörper“) schließt das Hauptelement der Demokratie, den Pluralismus, aus: Es impliziert zudem ein Denken in Freund-Feind-Schemata, politische Gegner werden zu „Feinden der Nation“ oder zu „Außenseitern“ stilisiert. Bereits 2002, nachdem Orbán die Parlamentswahlen verloren hatte, erklärte er: „Die Heimat kann nicht in der Opposition sein.“ Mit anderen Worten: Orbán verkörpert die Heimat, Andersdenkende gehören nicht zur ungarischen Nation. Nach 2010 erhielt er dann die Möglichkeit, diese populistische, antipluralistische Idee auch verfassungsrechtlich und institutionell zu verwirklichen.
Institutionelle Implementierung
Nach den chaotischen und korrupten Jahren der sozialistisch-liberalen Regierungen war Orbáns Zeit gekommen: Seine Fidesz-Partei gewann 2010 die Parlamentswahlen mit 52,7 Prozent der abgegebenen Stimmen. Aufgrund des ungarischen Wahlrechts war es ihnen somit möglich, eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament erreichen zu können. Und: Mit dieser Mehrheit konnte Fidesz 2011 nicht nur eine neue Verfassung verabschieden, sondern zudem andere wichtige Gesetze (von der Justiz bis zu den Medien) ändern und all jene Institutionen, die eigentlich dazu dienten, die Macht zu kontrollieren – etwa das Verfassungsgericht, den Budgetrat, den Medienrat – mit Fidesz-Loyalist*innen besetzen.
Dass es Orbán mit einem solchen Durchmarsch gelang, die Institutionen des liberalen demokratischen Staates zu übernehmen, lag auch an den Schwächen der früheren Verfassungsordnung. Bereits vor Orbáns Gesetzesänderungen war es relativ einfach, eine verfassungsändernde Mehrheit im Parlament zu erreichen. Denn die Verfassung enthielt vor Orbáns Umbau keinerlei Schranken, die verhindert hätten, dass die Verfassung so vollumfänglich umgebaut werden konnte. Das ist beim Grundgesetz mit der Ewigkeitsklausel anders, die auch aufgrund der historischen Erfahrung Deutschlands Eingang in die bundesdeutsche Verfassung fand.
Orbán war es also möglich, völlig legal und mit den Mitteln, die ihm die Demokratie bereitstellte, ein illiberales System einzuführen. Die wichtigsten Eckpunkte seines Umbaus betrafen die Rechtsordnung, die Institutionen, das Wahlrecht und die Medien. Schauen wir uns diese Eckpfeiler im Einzelnen an:
Wahlrecht
Bis 2014 wurden eine neue Verfassung und neue Gesetze verabschiedet, die dem Machterhalt dienen. Besonders wichtig war die Änderung des Wahlrechts. Im neuen Wahlsystem ist es noch einfacher, eine Zweidrittelmehrheit zu erreichen – bei den Parlamentswahlen von 2014 benötigte Fidesz dafür „nur“ 45 Prozent der abgegebenen Stimmen. Zugleich werden die meisten Mandate in Einzelwahlkreisen verteilt, in denen zum Wahlsieg schon eine relative Mehrheit ausreicht. Die ideologisch und organisatorisch gespaltene Opposition hatte somit kaum Chancen – sie war zu gemeinsamen Kandidaturen gezwungen, was nicht selten zu Konflikten führte.
Justizsystem
Orbáns Fidesz konnte auch die Kontrollmechanismen erfolgreich – durch gesetzliche Änderungen oder Neubesetzungen – ausschalten: Das Verfassungsgericht verlor mehrere Kompetenzen, und es wurden Fidesz-loyale Richter*innen ernannt; das Justizsystem wurde umgebaut, die Autonomie und Selbstverwaltung der Richterschaft wurde abgeschwächt; zugleich wurde das Oberste Gericht (Kúria) mit Fidesz-Loyalist*innen besetzt; und der Generalstaatsanwalt, ein ehemaliges Fidesz-Mitglied, konnte Untersuchungen etwa in Korruptionsfällen unterbinden.
Medien
Ohne die Rolle und den Einfluss der Medien ließe sich der Erfolg der Fidesz-Partei nicht erklären: Vor allem die staatlich finanzierte und gelenkte Propagandaarbeit der Orbánschen Medien zeigte hier Wirkung: Im Staatsrundfunk sind oppositionelle Politiker*innen und Meinungen gar nicht erst zugelassen. Mithilfe von Fidesz-nahen Oligarch*innen baute Orbán ein Medienimperium auf, das zurzeit fast 80 Prozent des gesamten Medienmarktes umfasst. Dabei waren auch ausländische Unternehmen hilfreich, indem sie ihre zuvor unabhängigen Medien (das Nachrichtenportal Origo, den Privatsender TV2 oder die Tageszeitung Blikk) an Fidesz-nahe Kreise verkauften. Durch einseitige staatliche Finanzierung und Lenkung der Werbung gerieten regierungskritische Medien unter politischen und finanziellen Druck.
Die Propagandaarbeit der Regierung wurde auch mit sogenannten „Nationalen Konsultationen“ ergänzt – einem Pseudo-Referendum, bei dem die Menschen einen Brief erhielten und tendenziell gestellte Fragen im Sinne der Regierung freiwillig beantworten konnten. Wie ihre „Stimmen“ dann gezählt wurden, ist vollkommen unklar – aber die Regierung erklärte immer die ihr passenden Antworten zur Mehrheit. Bis jetzt gab es solche „Nationale Konsultationen“ etwa über die neue Verfassung und die konservative Familienpolitik wie auch gegen die Migration und George Soros. Eine juristische Bindung haben diese Konsultationen nicht, sie dienen aber als politische „Bestätigung“ der jeweiligen Regierungspolitik. Das ganze Verfahren erinnert stark an Carl Schmitt, der Demokratie als Akklamation des Führers durch das Volk verstanden wissen wollte.
Wirtschaft
Für den politischen Machterhalt brauchte Orbán aber auch wirtschaftliche Macht. Es entstand ein System, das die ungarischen Soziologen Bálint Madlovics und Bálint Magyar als „Mafiastaat“ bezeichnen: Durch staatliche Förderungen und besonders durch die Lenkung der EU-Fördergelder wurden Fidesz-nahe Oligarchen begünstigt – darunter ein Kindheitsfreund und der Schwiegersohn Orbáns. Die Korruption ist in Ungarn inzwischen keine Ausnahme von der Regel, keine Anomalie, sondern macht das Grundwesen des Regimes aus – Orbán will damit eine „nationale Bourgeoisie“ aufbauen, die wirtschaftlich von ihm abhängt und ihn finanziell unterstützt. Wie zentral dieser wirtschaftliche Faktor ist, sprach András Lánczi, ein Chefideologe des Regimes, ganz offen und unverhohlen aus, wie die Tageszeitung Magyar Idök aber auch andere berichten: „Was man Korruption nennt, ist praktisch die wichtigste Politik der Fidesz.“
Ist eine Rückkehr zur liberalen Demokratie noch möglich?
Am 12. April finden Parlamentswahlen in Ungarn statt – und trotz der dargestellten illiberalen Hürden des Systems besteht zum ersten Mal seit 16 Jahren die Chance, Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei abzulösen. Mit dem früheren Fidesz-Mitglied Péter Magyar erschien vor gut zwei Jahren ein Herausforderer in der ungarischen Politik, der eine neue technokratische Partei und eine breite gesellschaftliche Bewegung aufbauen konnte und seit mehr als einem Jahr in den Umfragen aller regierungsunabhängigen Forschungsinstitute vor der Fidesz führt.
Wäre Ungarn eine liberale Demokratie, stünde der mögliche Wahlsieger schon jetzt fest. So aber stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch möglich ist, eine illiberale Demokratie nach ihren eigenen Regeln abzuwählen. Bereits nach den Parlamentswahlen von 2022 hatte die OSZE festgestellt: Die Wahlen waren zwar demokratisch, aber keinesfalls fair verlaufen. Auch heute wird alles dafür getan, um einen Regierungswechsel zu verhindern.
Erste Crux: Das Wahlsystem
Einerseits kommt das Wahlsystem der Regierungspartei zugute: Wahlkreise wurden in ihrem Interesse neu geordnet, etwas, das man ähnlich in den USA mit dem sogenannten Gerrymandering beobachten kann: In Ungarn werden dafür die Mandate in der Hauptstadt Budapest, in der viele Wähler*innen die Opposition unterstützen, reduziert. Der Großteil der Mandate wird in ländlichen Einzelwahlkreisen verteilt, wo Fidesz-Kandidat*innen in der Regel deutlich besser abschneiden. Auch die Stimmen der ungarischen Minderheiten in den Nachbarländern stärken die jetzige Regierung. Angesichts dieser systematischen Begünstigungen für die derzeitige Regierungspartei durch das Wahlsystem müsste Péter Magyars Tisza-Partei einen Vorsprung von mindestens fünf Prozentpunkten erreichen, um überhaupt eine einfache Mehrheit im neuen Parlament zu erlangen. Bei einem sehr knappen Ergebnis könnte Fidesz an der Macht bleiben, selbst wenn Magyar mehr Stimmen erhält.
Ein fast unantastbares System
Zum einen lässt sich das illiberale System mit einer einfachen Mehrheit der Opposition nicht beseitigen. In Ungarn geht es nämlich nicht bloß um einen Regierungswechsel – sondern ein ganzes System müsste ausgetauscht werden. Dazu benötigt die Opposition jedoch eine Zweidrittelmehrheit im ungarischen Parlament. Hat eine neue Regierung unter Péter Magyar aber lediglich eine einfache Mehrheit, kann sie das ganze System auf legalem Wege nicht antasten – sie wird von diesem praktisch erwürgt. Ohne eine solche Zweidrittelmehrheit im Parlament wäre eine neue Regierung also vollkommen handlungsunfähig: Sie wäre somit entweder zum Scheitern verurteilt oder zu „revolutionären“ Methoden gezwungen.
Was aber, wenn Magyars Tisza-Partei tatsächlich eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament erreicht? Auch dann kann Orbán Magyars Möglichkeiten einschränken. Denn das „alte“ Parlament bleibt nach den Wahlen bis zu 30 Tage im Amt – mit der Zweidrittelmehrheit von Fidesz. Diese kann währenddessen zur Tat schreiten und die Verfassung dahingehend ändern, dass sie die bisherigen Bedingungen für Verfassungs- und Gesetzesänderungen erhöht.
No way out? Nicht ganz…
Welche Möglichkeiten hat eine neue Regierung dann überhaupt? Bleibt sie einfach Makulatur? Nicht ganz, denn selbst im Falle einer einfachen Mehrheit bleibt ihr die Möglichkeit, einige Gesetze zu ändern – jene etwa, die vor allem den Kampf gegen die Korruption und die alltäglichen Probleme (Gesundheitswesen, Bildung usw.) betreffen –sofern das „alte“ (Orbán-)Parlament nicht beschließt, dass künftig sämtliche Gesetze eine Zweidrittelmehrheit erfordern.
Und wenn das „alte“ (Orbán-)Parlament sogar eine Zweidrittelmehrheit der neuen Regierung blockierte? Dann kann Péter Magyar die Legitimität (wenn auch nicht die Legalität) solcher Entscheidungen infrage stellen. Ein solcher Schritt würde zu einer Verfassungskrise und somit zu einer politischen Krise führen, deren Ausgang politisch entschieden werden müsste: Entlang der Frage, wer auf den Straßen besser mobilisieren kann und wie lange die von Fidesz besetzten Institutionen gegen den Willen der neuen Regierung durchhalten.
Vermeiden ließe sich dies möglicherweise mit vorgezogenen Parlamentswahlen. Das Parlament kann sich auch mit einer einfachen Mehrheit auflösen, und Neuwahlen herbeiführen. Wenn die neue Regierung keine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament hat oder Péter Magyar keine politische Konfrontation mit dem fortbestehenden System wagen will, kann er so das Wahlvolk bitten, seine Legitimität noch einmal zu erhöhen. Magyar kann die Notwendigkeit vorgezogener Wahlen damit begründen, dass seine Regierung – infolge der institutionellen Blockade – die Maßnahmen nicht ergreifen kann, die die EU für die Bereitstellung der gegenwärtig eingefrorenen EU-Fördergelder erwartet.
Fazit
Es ist also gut möglich, dass bei den Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April die Opposition gewinnt – und Orbáns illiberales System dennoch nicht abgewählt wäre. Hier zeigen sich die Gefahren einer illiberalen Demokratie: Sie lässt sich – innerhalb des demokratischen Systems und mit dessen Hilfe – schnell aufbauen und ihren Schöpfern Werkzeuge verschaffen, mit denen sie sich erfolgreich und hartnäckig gegen eine Wahlniederlage zur Wehr setzen könnte.
Viktor Orbáns Ungarn, sein System einer „illiberalen Demokratie“, ist nicht nur Modell und Vorbild für Antiliberale weltweit. Der Kampf der ungarischen Opposition zeigt auch, wie schwierig sich der Rückumbau eines illiberalen Systems in eine liberale Demokratie gestaltet. Das sollte eine Warnung für alle Länder sein, in denen rechtspopulistische Parteien einen „Systemwechsel“ versprechen.
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