Aktuell auf libmod.de
In Israel herrscht eine Verfassungskrise. Zum ersten Mal in der Geschichte will sich eine Regierung nicht an ein Gerichtsurteil halten. Dies ist das Ergebnis einer institutionellen Schwäche des Staatssystems und natürlich auch einer illiberalen Betrachtungsweise dessen, was Recht sein soll oder darf, schreibt Richard C. Schneider.
Inmitten der vielen als aussichtslos geltenden Situation in Nahost fanden sich auf Einladung des Zentrum Liberale Moderne Vertreterinnen und Vertreter der israelischen und palästinensischen Zivilgesellschaft sowie der Region zu Gesprächen zusammen, um gemeinsam nach politischen Lösungen des Nahostkonflikts zu suchen.
Die Parlamentswahl 2026 hat Ministerpräsident Nikol Paschinjan ein erneuertes Mandat verschafft und zugleich die Grenzen russischen Einflusses in Armenien aufgezeigt. Dennoch bleiben prorussische Kräfte ein wichtiger politischer Faktor und dürften Reformen sowie die Annäherung an die EU weiter bremsen. Areg Kochinyan, Präsident des Armenian Council, analysiert die Wahlergebnisse, Russlands verbleibende Einflusshebel und die Perspektiven für Armeniens europäischen Weg.
Das EU-Parlament hat eine Verordnung verabschiedet, nach der die Anwendung und Zulassung von Pflanzenzucht mit bestimmten gentechnischen Verfahren, den Neuen Genomischen Techniken (NGTs), einfacher wird. Libmod führte im Rahmen des Projekts „Stakeholder Dialog: Wie weiter mit der modernen Pflanzenzucht?“ Fachgespräche. Rena Barghusen und Lukas Daubner ordnen die Ergebnisse ein.
Francis Fukuyamas aktuelles Buch „Der letzte Mensch“ ist eine kluge Reflexion über die immanenten Gefährdungen der liberalen Demokratie und zugleich eine denkbar uneitle intellektuelle Autobiographie, die so manchen Erkenntnisgewinn schenkt. Nicht zuletzt die Einsicht, dass ihr Autor alles andere ist als ein naiver „Fortschrittsdenker“, schreibt Marko Martin.
Komplexe Regeln, schwache Investitionsanreize und politische Unsicherheiten bremsen die Klimatransformation – so der Tenor der IX. Sitzung Strategiekreises Klimatransformation. Dabei stellte sich heraus, dass die Transformation weniger an technische als an institutionelle Grenzen stößt. Entscheidend für die Umsetzung seien lernfähige Regulierung, verlässliche Preissignale und Rahmenbedingungen sowie mehr privates Kapital statt kleinteiliger Regulierung. Bruno Naredo fasst die zentralen Punkte der Diskussion zusammen.
Populismus, autoritäre Herausforderungen und geopolitische Umbrüche setzen die liberale Demokratie weltweit unter Druck. Der Sammelband Ende des Liberalen Zeitalters? zeigt internationale Perspektiven auf die Ursachen dieser Krise auf – von gesellschaftlicher Polarisierung bis zu neuen Sicherheitsbedrohungen. Unsere Autorinnen und Autoren sind u. a. Timothy Garton Ash, Jan-Werner Müller, Yascha Mounk, Danyal Bayaz, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und viele mehr.
Die Debatte über den Ukrainekrieg verändert sich: Statt über eine unvermeidliche Niederlage der Ukraine wird zunehmend über Russlands wachsende militärische und wirtschaftliche Probleme gesprochen. Neue ukrainische Fähigkeiten – insbesondere im Drohnenkrieg – verschieben die Kräfteverhältnisse. Warum Europas Unterstützung jetzt entscheidend ist und was das für die Chancen auf einen gerechten Frieden bedeutet. Ein Zwischenruf von Ralf Fücks.
Steigende Kosten, stockender Netzausbau und widersprüchliche Signale aus der Politik setzen der Energiewende zu. In unserem hochrangigen Strategiekreis Klimatransformation wurde deutlich: Es braucht eine bessere Abstimmung von erneuerbaren Energien, Netzen, Marktmechanismen und Gebäudemodernisierung. Doch ein Ende der Energiewende wäre fatal. Bruno Naredo fasst die zentralen Diskussionen zusammen.
Offiziell ist Russland ein Vielvölkerstaat dessen ethnische Minderheiten laut Verfassung Schutz genießen. In Wirklichkeit werden die Rechte der nichtrussischen Völker seit Jahren drastisch eingeschränkt, seit 2024 droht allen, die sich in Russland für ethnische und indigene Gruppen einsetzen, Strafverfolgung unter den drakonischen Extremisten-Gesetzen des Landes. Yelizaveta Landenberger fasst die Situation zusammen.
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